Zeitreise ins Römische Reich vom 28. Oktober

Besichtigung der Ausstellung „Rom 312“ im Gasometer Pforzheim

Es begann mit einem völlig unpünktlich abfahrenden Zug, als sich 11 Teilnehmer aus der Bühler Kolpingsfamilie zusammen mit dem Organisator Egon Schempp auf den Weg nach Pforzheim machten. Doch danach verlief alles planmäßig.

Mit dem Bus gelangten die Besucher in Pforzheim vom Bahnhof zum Gasometer. Dieses 1912 erbaute, als Zwischenspeicher für Gas dienende Industriedenkmal ist 40 m hoch und hat einen Durchmesser von etwa 44 m. 2003 wurde er außer Funktion gesetzt. 2013 erfolgte der Beschluss, ihn künftig für kulturelle Zwecke zu nutzen, was eine umfangreiche Sanierung erforderlich machte. Darüber hinaus kann diese seine technische Herkunft nicht verleugnende Ort auch für Veranstaltungen gebucht werden.

Die Wände bieten sich für monumentale 360°-Panoramen an. Als römische Gründung unter dem Namen „Portus“ hat Pforzheim einen Bezug zum römischen Weltreich. Dies inspirierte den in Berlin lebenden Künstler Yadegar Asisi zur lebensechten Darstellung der prachtvollsten Stadt der Antike unter Kaiser Konstantin. Dieser erklärte das Christentum zur Staatsreligion und machte Rom zu dessen Zentrum, was bis heute Bestand hat.

Die begleitende Ausstellung erläutert Einzelheiten zur Situation im Rom des Jahres 312. Nach einer historischen Vorlage aus 1889 entstand das atemberaubende Panorama an den Wänden. Es bedeckt 3.500 m2. Von der obersten Besucherplattform aus kann man den Blick über die gesamte Metropole und bis zu den Albaner Bergen am Horizont schweifen lassen. Man fühlt sich mittendrin zwischen all den Gebäuden, Parkanlagen, Treppen, Menschen und Statuen. Sind die plastisch wirkenden Paläste und Säulen wirklich nur zweidimensional gemalt? Eine im 30-Minuten-Rhythmus wechselnde Beleuchtungs-(Tag/Nacht) und Geräuschkulisse (Vogelzwitschern, Marktgeschrei, Gesänge, ...) gestaltet die Wahrnehmung dieser Zeitreise noch realistischer.

Die im Gasometer integrierte Gastronomie ermöglichte zudem eine zwischenzeitliche kulinarische Stärkung, und so vergingen die dreieinhalb Stunden in dieser beeindruckenden Kulisse wie im Flug. Es ist tatsächlich bemerkenswert, wie in unserem Zeitalter der Bilderfluten ein einziges, wenn auch gewaltiges, unglaublich viele Besucher anlockt und fasziniert. Während der störungsfreien Rückreise waren sich alle einig, dass dieser Ausflug eine echte Bereicherung darstellte.

04. November 2017
Anita Hermann